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Dreharbeiten sind nicht nur reines Vergnügen. Sie verlangen gestalterisches Können, körperliche Geschicklichkeit, Fingerspitzengefühl, vorausschauende Planung. Nur sorgfältig Aufgenommenes lässt sich später sinnvoll aneinanderfügen. Der Kameraführung kommt die größte Verantwortung zu, wenn sichergestellt werden soll, dass die gemeinsame Anstrengung zu einem guten Ergebnis führt. Die großen Vorbilder der Filmgeschichte sind zur Sprache gekommen, überzeugende Beispiele wurden besprochen. Jetzt sollen eigene Versuche unternommen werden.

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Die Story ist schnell erzählt. Es geht um den Diebstahl eines Geldscheines am Pausenkiosk samt anschließender Verfolgungsjagd. Zum Drehen und Schneiden muss ein einziger Schulvormittag reichen. Allerdings übernimmt die Digitaltechnik das Scharfstellen und Belichtungsmessen. Der ausklappbare, helle Suchermonitor ermöglicht freie, entspannte Kameraführung in großer Nähe zum Geschehen. Die kurze Brennweite erlaubt Bewegungsspielraum.  Die Aufmerksamkeit gilt ganz dem Auflösen der Handlungsabläufe in einzelne Einstellungen, die hinterher den Eindruck von spannungsgeladener Bewegung vermitteln sollen. Jetzt zeigt sich, wer es versteht, komplizierte Vorgänge logisch aufzuschlüsseln und im Rahmen des Bildformates ansprechend zur Schau zu stellen.

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Die Kamera liefert nicht einfach ein wahres Abbild. Sie erlaubt, den Raumeindruck zu verändern, Einzelheiten hervorzuheben, Lichtverhältnisse bedeutungsvoll zu nutzen, Bewegungen zu verfolgen. Das umfangreiche Angebot technischer Möglichkeiten ist schnell auf das einfache Projekt abgestimmt. Spontan müssen Bildideen gefunden werden, wenn sich herausstellt, dass die beabsichtigte Reihenfolge verwirrend oder missverständlich sein könnte. Bereits beim "Drehen" ist zu berücksichtigen, ob sich Blickwinkel, Kamerabewegungen und die wilden Aktionen ohne störende Sprünge und Brüche aneinanderfügen lassen.

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Manchmal kommen Glück und Zufall zu Hilfe, günstige Gelegenheiten werden rasch erkannt und geschickt erfasst. Einfälle sprudeln. Beobachtungen aus der Gruppe, erste gemeinsame Erfahrungen beschleunigen die Lernfortschritte. Durch flotte Improvisation werden filmische Ausdrucksmittel entdeckt, deren unbekümmerter Schwung an die Frühzeit des Mediums denken lässt.

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Beim Sichten des aufgenommenen Materials am digitalen Schnittplatz steht das Urteil der über den Wert einzelner Einstellungen schnell fest. Die Streifen erscheinen wohlgeordnet, sind leicht zu überblicken, oder in allen Einzelheiten zu studieren. Ihre Reihenfolge lässt sich beliebig verändern. Die Länge kann bildgenau festgelegt und dem Schnittrhythmus entsprechend abgestimmt werden. Fehler sind gut zu erkennen und zu beheben. Der Filmunterricht lässt den Arbeitsaufwand professioneller Produktionen ahnen. Im Eifer wird das Sichern des Rohschnittes vergessen. Der Papierkorb quillt über. Ein Systemabsturz zum Schluss bringt den Härtetest

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Aber der Wille, zu einem endgültigen Resultat zu finden, ist stärker, als die Enttäuschung. Das Schnittkonzept ist ohnehin noch in Erinnerung. Die verwendeten Einstellungen sind noch im Gedächtnis. Die Neufassung gelingt. Die Filmstunden stärken das Selbstbewusstsein, dass es möglich ist, den nahtlos abrollenden Sendeprogrammen eigene Entdeckungen und Erfindungen entgegenzusetzen. Sie schärfen den Blick für die Spuren des Herstellungsvorganges im makellosen Produkt, machen Mut, eigene Anliegen in der Sprache der audiovisuellen Medien einer größeren Öffentlichkeit vorzustellen.